First things first: Die Wohnungssuche ist beendet! Am Sonntag vor zwei Wochen unternahmen wir nach einer per WhatsApp getroffenen Auswahl mit Charlotte – einer Maklerin in unserem Alter, die uns von einer Freundin empfohlen wurde – eine Tour. Leider fiel bei besagter Auswahl unser bevorzugtes Appartement schon raus, jemand war schneller gewesen. Wir verstanden uns prima mit ihr und so erzählte sie uns nach kurzer Zeit, dass sie selbst die Besitzerin unserer potentiellen Lieblingswohnung sei und es mit dem Bieter nicht einfach sei. Er wollte den obligatorischen Verdienstnachweis nicht erbringen. Der Rest ist schnell erzählt: Wir schauten uns ihre Wohnung – gemeinsam mit drei (!) anderen Parteien – an, gaben zwar nicht das höchste Gebot ab, konnten die Wohnung aber dennoch für uns gewinnen und ziehen Mitte Juni nach Hong Kong Island, in den Stadtteil Sai Ying Pun! Die Erleichterung, dieses Kapitel abschließen zu können, war riesengroß.
Da ist sie – unser Zuhause ab Juni
Sai Ying Pun ist ein Viertel, in dem sich auf der einen Seite traditionelle Läden aneinanderreihen. Hier kann man von Pilzen über Fisch bis hin zu Eidechsen alles im getrockneten Zustand kaufen. Auf der anderen Seite lässt es sich jedoch auch hervorragend ausgehen – es gibt jede Menge cooler Bars und leckerer Restaurants. Doch zunächst bleiben wir noch ein wenig auf der Festlandseite – nach unserem Serviced Apartment liegt auch unser Übergangs-AirBnb im Stadtteil Jordan. Dies haben wir bewusst so gewählt – bevor wir auf die Insel gehen, können wir hier fast drei Monate lang Erfahrungen in Kowloon sammeln.
Auch der Arbeitsalltag von Laura hat sich so langsam aber sicher eingestellt. Das Büro von Simple Approach Ltd. hat zwei große Showrooms, in denen Kunden auf ihren Fernostreisen die neuesten Muster sehen können. Fast im Wochentakt sind Kunden im Büro – so auch am Montag letzter Woche. Laura’s Chef entschied sich dazu, das Kundendinner mit dem Abschiedsdinner ihrer englischen Kollegin zusammenzulegen und alle zum Firmendinner in den China Club im HSBC Tower einzuladen. Der Chef hatte vorher per Email gewarnt: „Keine Turnschuhe, sonst wird das nichts!“ Hier gab’s eine Terrasse mit beeindruckendem Ausblick, traditionelles und sehr leckeres Essen, artistische Tee- und Nudel-Zeremonien und einen vergnüglichen Abend inklusive dem obligatorischen Champagner!
Ohne Mitglied im China Club zu sein, kommt man nicht in den Genuss des traditionellen Essens und der Nudel- und Teeshow – spektakulär
Ein weiteres kulinarisches Highlight der letzten Wochen war das Korean BBQ mit Paul. Er ist Hong Kong-Chinese und arbeitet hier als Friseur (und konnte sich auch direkt erfolgreich bei mir austoben), seine Frau ist eine gute Freundin von Laura’s Schwester. Paul führte uns zu einem super leckeren Restaurant auf der Kimberley Road, bei dem das frische Fleisch auf einem kleinen Tischgrill zubereitet wird – sehr gelungen! Entlang dieser Straße hat sich ein „Little Korea“ in Tsim Sha Tsui gebildet. Hier befinden sich jede Menge koreanischer Restaurants und Supermärkte.
In der asiatischen Küche sollen sich fettige und frische Elemente die Waage halten, deswegen wird Fleisch auch gerne im Salatblatt gegessen – healthy wrap
Wie neulich beschrieben eignet sich Hong Kong hervorragend für Ausflüge. Letzten Samstag waren wir mit den Fahrrädern unterwegs – Helle & Louis, ein dänisches Pärchen, das mit Valéa & Micha befreundet ist, luden zur Bike Tour ein. Zu sechst strampelten wir los, allerdings ganz entspannt. Vorher bekamen wir noch eine kleine Nachhilfestunde in Sachen Preisverhandlungen. So sollten die etwas älteren Fahrräder ursprünglich doch 100 HKD kosten, nach kurzem und sehr direktem Dialog („Don’t give me bullshit!“) bekamen wir brandneue Räder für 80 HKD. Die Strecke führte uns 22 km entlang des Meeres, unterwegs gab es einen von mehreren kurzen Stops im universitätseigenen Science Park und wir konnten eines der zahlreichen hier stattfindenden Dragon Boat Races beobachten. Diese erfreuen sich großer Beliebtheit, die Trainingssessions finden meist am Wochenende statt und eignen sich gut zum Networken oder zum Trinken – je nach Team auch beides.
Der Science Park: ein Areal, das erst kürzlich erbaut wurde und sozusagen das Silicon Valley der Stadt

Der Endpunkt des Tagesausfluges: ein Staudamm, der das Meer (rechts) von einem Trinkwasserreservoir (links) trennt
Rundherum war es ein sehr gelungener Tag – wir hatten Traumwetter (ich vergaß die Sonnencreme auf den Armen und weiß seitdem, dass die Sonne hier tatsächlich sehr stark ist!), radelten vor uns hin, unterhielten uns prima, machten zwischendurch eine Pause für ein Eis bzw. eine gefrorene Scheibe Ananas und gingen schließlich noch gemeinsam in einem sehr leckeren, rein vegetarischen Restaurant essen.
Nach dem Appartement stehen ja noch einige wichtige Schritte wie Bankkonto, Handyvertrag u.ä. an – Laura hat hier die nächste Voraussetzung für schaffen können: Mittlerweile besitzt sie eine Hong Kong ID (das Gegenstück zum Personalausweis). Bereits bei unserer Einreise wusste die Dame am Schalter, dass Laura ein Arbeitsvisum hat, bis zu zwei Jahre hier in Hong Kong bleiben darf und begrüßte sie mit den Worten „Ah you’re a resident“. Mit diesem Visum ging Laura zur entsprechenden Behörde, bekam einen Übergangsausweis und konnte nun, zwei Wochen später, ihre ID abholen. Abgesehen davon, dass sie uns bei den oben erwähnten Schritten sehr helfen wird, gibt es weitere Annehmlichkeiten wie etwa die Einreise als „Resident“ am Flughafen (ohne in den Touristenschlangen anstehen zu müssen).
Behördengänge sind leicht und effizient geregelt in HK. Nach 7 Jahren erhält man die Möglichkeit sich einbürgern zu lassen
In den letzten Tagen regnete es immer mal wieder, doch wir hatten uns vorgenommen, den Wochenendauftakt am Strand zu verbringen – das Wetter belohnte uns mit Sonnenschein. So waren wir gestern zum BBQ am Shek O Beach (siehe Titelbild unseres letzten Eintrags) – mittlerweile der dritte von uns besuchte Strand, wir können uns bisher nicht so richtig für einen Lieblingsstrand entscheiden. So oder so war es ein äußerst entspannter Tag – gegen einen schmalen Taler lässt sich direkt vor Ort alles kaufen / mieten, vom Grill über das Fleisch bis hin zu Bier und Cider. Die Busfahrt dorthin kostet umgerechnet 60 Cent und dauert 20 Minuten. Bei 16 Mädels und mir selbst war für Unterhaltung gesorgt – erwartungsgemäß war Fußball nicht das beherrschende Thema des Tages.
Unsere Highlights:
- Bei der Wohnungssuche braucht man einen langen Atem
- Koreans mögen Kimberley und ganz frisches Fleisch
- Beim Verhandeln lässt man lieber die Samthandschuhe zuhause
- Nudelteig kann in der größten Workout-Not auch als Springseil herhalten
- 70er Sonnencreme muss man halt auch auftragen, um vor Sonnenbrand geschützt zu sein
- Beim Beach-BBQ schmilzt man dahin und das nicht (ausschließlich) durch die weibliche Gesellschaft
Soweit zu den neuesten Entwicklungen unseres Lebens hier in Hong Kong – klickt einfach auf „folgen“, um automatisch über neue Einträge informiert zu werden! Gebt uns auch gern immer Feedback – was gefällt euch, was wollt ihr wissen? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!
Waooo ich wünsche euch ganz viele schöne Erlebnisse. Toller Post. Baci
Grazie – wir geben uns Mühe 😘
Gude, hab jetzt auch endlich Gelegenheit gehabt alle eure neuen Posts zu lesen. Sehr unterhaltsam! Wenn man das so liest, möchte man auch direkt dahin. Der Nudelmann ist geil. Glückwunsch zur neuen Wohnung! Der Ausblick aus dem Fenster ist ja meeega. Habt weiterhin viel Spaß und lasst es euch gutgehen. 🙂
Hey Basti, schön, dass es dir gefällt und du gleich einen Kommentar geschrieben hast. Wir freuen uns auch schon sehr auf den Ausblick und unser erstes richtiges Zuhause. Grüße in die Heimat!
Sonst schau ich Montags ja immer Goodbye Deutschland, heute habe ich stattdessen Eure Einträge gelesen, viel interessanter, wecken sowohl Erasmus- als auch Südostasienerinnungen. Danke für die vielen tollen Eindrücke und dicker Drücker!
Hey Manu, das ist doch mal ein Kompliment – schön, dass es dir gefällt. Wir schicken dir einen dicke Umarmung zurück und ein bisschen Sonne in die Heimat