New Zealand Part ll: ein vielseitiges Land.

21.12.

Nach einem anstrengenden Tag stand heute ein recht entspannter Tag an. Um 8.30 Uhr ging es los, nach einem kurzen Frühstück machten wir uns auf den Weg – Wellington war das Ziel des heutigen Tages. Unterwegs überraschte uns Splash im Gumboot Capital of NZ mit einem witzigen Turnier – ein Gummistiefel-Weitwurfwettbewerb stand an. Standesgemäß gewann Laura die female und ich die male competition – unser Lohn war eine Jägerbomb. Dies ist ein sehr weit verbreitetes Getränk (wie Jägermeister generell sehr angesagt ist, das ozeanische Marketing scheint gute Arbeit zu leisten), bei dem ein Jägermeister-Glas in ein mit Red Bull gefülltes Glas gegeben wird – cheers!

Auch einen leckeren Lamm-Burger probierten wir auf dem Weg und Splash überraschte uns ein weiteres Mal am heutigen Tage – wir legten noch einen Stopp an einem Abenteuerspielplatz ein, auf dem sich auch ein Fitnessparcours befand, den ich zu nutzen wusste.

Gegen 16 Uhr kamen wir in Wellington an, chillten auf dem Zimmer und holten uns um 18.30 Uhr unser kostenloses Dinner ab. Doch unser Tag war noch lange nicht zu Ende, zum einen wollten wir mit der Gruppe noch feiern, zum anderen hatten wir im Hostel einen Hinweis auf einen kostenlosen guided walk hoch zum Mt. Victoria gesehen, den wir trotz der gestrigen Strapazen gern in Angriff nehmen wollten. Rick, der holländische Praktikant im Hostel, legte ein straffes Tempo vor, doch das war auch nötig – um 20.00 Uhr unten gestartet, kamen wir gegen 20.50 Uhr rechtzeitig zum Sonnenuntergang oben an. Es folgten einige tolle Eindrücke und Ausblicke oben auf dem Gipfel, wir blieben fast eine ganze Stunde und schauten der Sonne beim Untergehen zu.

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Der Sonnenuntergang über Wellington und dem Flughafen auf der linken Seite.

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Wellington und der Hafen bei Nacht.

Gegen 22.30 Uhr waren wir wieder heil im Hostel angekommen und gingen in die Blend’s Bar direkt nebenan. Dort ging die Feieraui los, später zogen wir in einen Club weiter, in dem hauptsächlich HipHop gespielt wurde. Es entwickelte sich ein spaßiger Abend und es ging erst gegen 3.30 Uhr ins Bett. Das im wahrsten Sinne des Wortes böse Erwachen sollte erst am nächsten Tag kommen.

22.12.

Ich hatte den Wecker zwar auf 5.40 Uhr gestellt – um 6.30 Uhr war unser Shuttle zur Fähre bestellt, um 7 Uhr war Check In, doch unser Körper entschied sich wohl gegen Aufstehen und für Regeneration und während wir beide den Wecker nicht hörten, schaltete ich ihn wohl im Schlaf aus.

Ich wurde also mit einem unguten Gefühl wach, ein Blick auf das Handy verriet mir, dass noch eine Minute bis zur Abholung blieb – 6.29 Uhr. Gepackt hatten wir zum Glück am vorherigen Tag und so waren wir tatsächlich um 6.32 Uhr unten am Shuttlebus. Unsere Verspätung fiel den anderen Gruppenmitgliedern nicht mal groß auf.

Nach dem Check In hatten wir noch einige Zeit übrig, wir nutzten sie für ein improvisiertes Frühstück. Die Fähre ging um 8 Uhr und ich verbrachte einen großen Teil der Überfahrt an Deck, zunächst wegen hohem Seegang und Kater, später wegen der tollen Aussicht, als wir in die Fjorde der Südinsel einfuhren.

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Der Rest des Tages gestaltete sich recht unspektakulär, wir kamen um 11.10 Uhr in Picton an, machten uns auf den Weg über Nelson nach Maharau und ließen dort den Tag zunächst mit von Splash zubereiteten Muscheln und einem BBQ, später am Feuer ausklingen – in unserem Hostel/auf unserem Campingplatz gab es auch eine Feuerstelle.

23.12.

Heute konnten wir halbwegs ausschlafen, um 8.30 Uhr klingelte der Wecker. Wir hatten Pläne für unseren ersten vollen Tag auf der NZ-Reise – dank der zwei Übernachtungen in Maharau konnten wir uns heute dem Abel Tasman National Park widmen, einem der schönsten Nationalparks in Neuseeland.

Wir fuhren mit dem Aqua Taxi um 10 Uhr (ab auf den Traktor, um 10.30 Uhr im Wasser) nach einem kurzen Abstecher zum Split Rock – einem ovalen Felsen, der genau in der Mitte gespalten wurde – weiter nach Anchorage.

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Der Split-Rock bei wunderschönem Wetter.

Dort verbrachten wir ab 11.00 Uhr mehr als drei Stunden damit, am Strand zu liegen und uns zu bräunen. Später hatten wir den Rückmarsch nach Marahau mit 12 km angesetzt, doch Laura, Ron und ich entschieden uns dafür, uns vorher noch auf einen Rundweg von 1,5 Stunden zu begeben, den Pitthead Track. Dieser lieferte einige tolle Ausblicke über Teile des Abel Tasman.

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Anchorage – Startpunkt der Wanderung.

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Der Ausblick vom Pitthead.

Um 15 Uhr waren wir wieder am Strand in Anchorage und starteten direkt durch, gemeinsam mit Fleurine, Carmen und Sanna. Ron, Sanna und Fleurine setzten sich während des Marsches ab, Laura, Carmen und ich ließen es gemütlich angehen. Interessant fand ich dabei, Apple Tree Bay „wieder zu entdecken“, bis hierhin (und damit 7 km von Maharau entfernt) waren wir 2003 mit der Familie gelaufen. Das letzte Stück liefen wir auf dem Strand und am Ende durfte ich noch mithelfen, ein Kajak zu tragen, ich wurde mit Bier allerdings auch gut entlohnt.

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Höchster Punkt unserer Wanderung. Weiter ging es durch den Regenwald und für das letzte Stück an den Strand.

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Apple Tree Bay.

Gegen 19 Uhr waren wir zurück am Campingplatz und kochten Dinner, gemeinsam mit den anderen. Auch heute machte ich wieder ein Feuer und wir saßen mit der Gruppe (oder Teilen der Gruppe) noch bis Mitternacht.

24.12.

Am Heiligabend verbrachten wir leider viel Zeit im Bus. Zu allem Überfluss regnete es auch den ganzen Tag in Strömen und so bekamen auch die Pancake Rocks nur einen kurzen Besuch. Gemeinsam mit 3, 4 anderen aus der Gruppe wagte ich mich in den Regen und war innerhalb kürzester Zeit klatschnass.

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Verregnet, aber trotzdem schön: Pancake Rocks.

Auch unser Hostel hatte leider seine besten Tage eindeutig schon länger hinter sich – die Stimmung war etwas niedergeschlagen. Doch auf dem Weg vom Supermarkt zum Hostel entdeckte ich ein Brauhaus – Laura und ich hatten uns vorgenommen, zumindest ordentlich essen zu gehen am Heiligabend. Ron, Carmen, Fleurine, Asse und Splash begleiteten uns und wir bekamen ein ordentliches Dinner für einen guten Preis. Zur Vorspeise teilten wir uns eine große Portion Muscheln in Weißwein/Kokosnuss/Limetten-Sauce – für 19,50 NZD (also umgerechnet ca. 12 EUR) ein gelungener Einstieg. Auch unsere Hauptspeisen waren sehr lecker, für Laura gab es Fisch und ich bestellte ein Steak. Dazu gab es leckeres dunkles Porter-Bier, abgerundet wurde unser Weihnachtsdinner vom Espresso.

Im Hostel ließen wir den Abend bei einer Runde Killer Pool ausklingen – Weihnachtsstimmung sollte dieses Jahr nicht so recht aufkommen. Beim Killer Pool hat jeder Mitspieler drei Leben und es wird der Reihe nach versucht, Kugeln zu versenken – unabhängig von der Farbe. Gelingt dies nicht, verliert man ein Leben. Dies geht natürlich so lange weiter, bis nur noch ein Spieler bleibt.

25.12.

Um acht Uhr klingelte der Wecker, aus diesem alten Bett stand man gerne auf. Splash hatte ein Champagne Breakfast für uns organisiert, mit Pfannkuchen und viel Sekt. Wir hatten außerdem ausgemacht, Secret Santa zu spielen, also zu wichteln. Ich bekam ein Geschirrhandtuch und einen Zeichenscreen, Laura Zuckerkram geschenkt.

Auch heute wollte es nicht aufhören zu regnen, wir fuhren gegen 10.30 Uhr mit dem Bus los. Gegen 13 Uhr kamen wir (immer noch leicht angeheitert, ich hatte mit Ron und Robin die Reste getrunken) im Rainforest Retreat in Franz Josef an.

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Gute Laune nach dem Champagne Breakfast :).

Wir bezogen unser kleines DZ-Hüttchen (in dem es leider stark nach Schimmel roch) und chillten mit den anderen in der Küche. Einige der Jungs packten die ersten Bier aus, doch nach kurzer Zeit wurden wir  darauf hingewiesen, dass wir leider hier nicht trinken durften. Gleichzeitig machte uns der Kollege vom Hostel aber darauf aufmerksam, dass er hinten am Campingplatz bzw der Camp Kitchen nicht kontrollieren würde.

Da wir uns mit Asse, Sanna, Carmen und Fleurine für ein Christmas Dinner zusammen getan hatten, zogen wir also bald hinter zur Camp Kitchen. Die schwedischen Mädels hatten Prosciutto und Melone zur Vorspeise vorbereitet, Laura ihren Tortellini-Salat in abgewandelter Form als Penne-Salat und die niederländischen Mädels Schokomousse mit Cookies zur Nachspeise.

Auch eine zweite Gruppe von knapp zehn Leuten hatte ein größeres Dinner geplant und wir saßen bis kurz vor elf gemeinsam an der Camp Kitchen. Nach einem Drink in der Bar ließen wir den Abend in der Gemeinschaftsküche ausklingen.

26.12.

Auch der zweite Weihnachtsfeiertag war einer der Tage, die wir zur vollen Verfügung hatten – wir wollten den Gletscher aus der Nähe sehen. Ich war besonders gespannt, wie wohl der Unterschied zur letzten Reise 2003 sichtbar wäre.

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Unglaublich vielseitig ist die Landschaft auf der Südinsel.D er Weg zum Gletscher führt uns durch den Regenwald und im Hintergund kann man bereits die schneebedeckten Gipfel sehen.

Es ging um 12 Uhr los und wir wanderten zunächst die Straße hinauf zum Gletscher, später auf einem Wanderweg und das letzte Stück im zu dieser Jahreszeit größtenteils trockenen Flussbett. Und tatsächlich war ein Riesenunterschied zu sehen – man kann dem Gletscher förmlich beim Schmelzen zuschauen. Schon auf den dort ausgestellten Hinweisschildern war auf Fotos ein deutlicher Unterschied zwischen 2008 und heute zu sehen und auf unserem Weg zur Gletscherfront entdeckte ich als markantesten Punkt einen hausgroßen Felsbrocken (ich hatte ihn von Fotos in Erinnerung), der vor elf Jahren unmittelbar vor dem Gletscher lag und nun inmitten einer Steinwüste zu finden war.

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Der Gletscher Franz Josef verschwindet rasend schnell hinter den Felsen.

Nach einem kurzen Schockmoment – wir hatten unser zweites Objektiv liegen lassen, konnten es aber durch Durchfragen des uns entgegenkommenden Touristenstroms wieder bekommen – begaben wir uns auf den Rückweg und kamen gegen 17 Uhr wieder im Rainforest Retreat an und hatten viele eindrucksvolle Impressionen gesammelt. Gerade der Kontrast zwischen Regenwald und Gletscher sorgte für tolle Anblicke.

Ich begab mich zwecks einer Fitnesseinheit auf den örtlichen Spielplatz, abends chillten wir in der Bar bzw. in der Küche und zum krönenden Abschluss gewann Ron auch noch die Rock, Paper, Scissors Competition – Laura hatte uns Bescheid gesagt und wir entschieden uns mit einer „Na gut“-Stimmung dafür, mitzumachen. Am Ende des Abends hatte Ron einen Canyon Jump im Wert von 130 EUR gewonnen, mit ein wenig Schere, Stein, Papier in der lokalen Bar.

27.12.

Heute wartete ein langer Tag im Bus auf uns, doch wir sollten auch ein ums andere Mal entschädigt werden, wir fuhren schließlich quer durch die Southern Alps. Es ging nach Wanaka und wir genossen den Ausblick, der sich während der Fahrt immer wieder bot. Unterwegs waren wir von 9  bis 16 Uhr.

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Der Fluss ist eisblau und eiskalt vom Gletscher, der ihn speist.

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Eine Aussicht, die wir aus dem Bus fotografieren konnten.

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Kurzer Fotostopp am See.

Auch Wanaka selbst ist ein schönes kleines Örtchen direkt am See gelegen, sehr idyllisch. Doch wir merkten schnell, dass wir Queenstown näher kamen – viele jüngere Leute, einige mächtig in Partystimmung und alles ausgebucht. Wir kauften Zutaten, um mit den Mädels (in der wohl kleinsten Hostelküche der Welt) Chicken Curry zu kochen und aßen früh zu abend, da die Küche so noch nicht all zu voll war.

Später gingen wir spazieren, runter zum Ufer des Sees und dann stand nach knapp zwei Monaten unterwegs die erste Nacht im Dorm an – in Wanaka (wie auch in Queenstown in den nächsten drei Nächten) war alles ausgebucht und wir teilten unser Zimmer heute mit Team Schweden und Niederlande: Asse, Sanna, Carmen und Fleurine.

28.12.

Nach einer Nacht mit Ohrenstöpseln schauten wir uns Puzzlingworld an. Dies ist ein Erlebnis voller Illusionen und optischen Täuschungen – zwar etwas in die Jahre gekommen, aber trotzdem interessant. Besonders das Labyrinth tat es uns an.

Auch landschaftlich ging es interessant weiter, auf der Fahrt nach Queenstown warteten viele Berge auf uns. Kurz vor unserem Ziel hielten wir an der Kawarau Bridge an, der ältesten kommerziellen Bungystätte der Welt, im vergangenen September feierte sie 25 Jahre – dort waren wir vier Geschwister 2003 gehüpft. Zwei der Mädels wollten dort springen, doch Asses Anmeldung war untergegangen und Carmen bekam wegen ihrer Krankheit (Mukoviszidose) kein grünes Licht.

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Die Kawarau Bridge.

Also ging es weiter nach Queenstown, der Ort war im absoluten Ausnahmezustand. Die Straßen waren von einem großen Dauerstau verstopft und überall waren partywütige Jugendliche (junge Erwachsene?) unterwegs. Wir checkten im Hostel ein, die Dormbelegung blieb die gleiche, plus Stephi und Ron.

Splash hatte zum Abschluss (unsere Gruppe, die größtenteils für mehr als zwei Wochen zusammen geblieben war, löste sich auf) eine Bootstour gebucht, für 35 NZD inklusive eines Biers und eines Burgers. Es wurde eine schöne Fahrt, inklusive einiger toller Ausblicke.

Wieder an Land, ging es weiter ins Buffalos, dort verbrachten wir einen einigermaßen unspektakulären Abend (ich bin ja Abende im Con Cariño gewöhnt, die für mich meist gegen halb 12 enden) bei Killer Pool, tanzen und einigen Bier. Um 00 Uhr wurde auch für mich gesungen, doch da am nächsten Morgen der Wecker für einen Tagesausflug um 7 Uhr klingeln sollte, verabschiedeten wir uns um halb 2.

2 Kommentare zu „New Zealand Part ll: ein vielseitiges Land.

  1. Boah, das sieht alles sooo super aus!
    Holgi, Du scheinst ja wirklich Deinen Astralbody in Form halten zu können: jeder am Urrwaldwegrand (schönes Wort) liegender Fitnessparcour wird hier mitgenommen, jede Schaukel auf dem nächsten Spielplatz zum Rudergerät umgebogen und jedes Tier, was ungefähr die Form einer Hantel hat, morgens zum Training benutzt – sehr vorbildlich (an dieser Stelle mal Grüße von der- bei Holger so beliebten – Bönschen Comicwelt)! 😀
    Mich wundert es, dass Ihr auf den Bildern noch gar nicht so knackig rot-braun ausseht, wie man es von einer Reise unter dem Ozonloch erwarten würde…was ist da los?
    Als ich heute morgen von dem Erdbeben in Neuseeland gehört habe, war ich erstmal in Sorge, aber dann ist mir eingefallen, dass Ihr den untergehenden Kontinent ja längst verlassen habt…:)
    Wünsche Euch noch viel Spaß und wie immer – dicker Kuss von Eurem Böni!

    1. Hey Comicböni, schön, dass es dir – und hoffentlich auch unseren anderen Lesern! 🙂 – gefällt!

      Tatsächlich laufen meine Einheiten ganz ähnlich ab, besonders Spielgeräte müssen oft unter meinem Fitnesswahn leiden 🙂

      Bisher konnten wir der Sonne ganz gut entkommen, mal schauen, ob uns das auch weiterhin so gut gelingt 🙂 nee, wir cremen uns immer gut ein, aber ein bisschen braun sind wir hoffentlich schon geworden!

      Richtig, mit Erdbeben haben wir zum Glück nichts zu tun und auch aus den Explosionen in Bangkok werden wir uns raushalten.

      Dicken Kuss auch für dich!

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