On the Road: on our way from Sydney to Melbourne

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Australien in Stein gehauen in Narooma

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Unser kostenloser „wilder“ Campingplatz in Gillards Beach mit Meeresblick

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Windiger Ausblick auf Phillip Island – The Nobbies

Hallo ihr Lieben,
in letzter Zeit hatten wir kaum Internet, deswegen kommt jetzt erst wieder ein Lebenszeichen. Leider klappt es auch momentan nicht Fotos hochzuladen. Das wird wohl nicht das letzte Mal so sein 🙂

10.11.2013

Nach einer viel zu kurzen Nacht machten wir uns im strömenden Regen auf nach Mascot, um unser Wohnmobil abzuholen. Anstelle 10 Uhr waren wir zwar trotz Aufstehen um 8 Uhr erst um 11.30 vor Ort, doch alles lief prima. Schnell wurde uns klar, dass wir voraussichtlich die zwei teuersten Wochen unseres gesamten Trips vor uns hatten. Denn zum reinen Mietpreis von knapp 1000€ kamen 500€ Versicherung, Benzin (jeden Tag ca 35€) und Standmiete (zwischen 15 und 30€, je nach Campingplatz und powered oder unpowered). Trotz dieser Umstände und strömendem Regen starteten wir frohen Mutes in Richtung Süden, immer dem Princes Highway folgend, für die nächsten Tage. Landschaftlich gab es noch nicht viel zu sehen, anstrengend war der erste Tag im Camper allemal. Abends kochte Laura in der offenen deseinschaftsküche des Platzes. Erschöpft fielen wir ins Bett und schliefen bis 11 Uhr.

11.11.2013

Nach spätem Aufstehen ging es im fleißig weiter strömenden Regen los Richtung Süden, immer der Ostküste folgend. Bei einer Kuchenpause entdeckten wir in Narooma einen Weg, der direkt vor zum Meer führte. Die Dame aus dem Café erzählte uns, dort gäbe es etwas zu entdecken, eine interessante Steinformation. Wir sahen beeindruckende pazifische Wellen, in der Ferne Montague Island und ein Loch im Fels, das kein Bildhauer besser hinbekommen hätte – es hat exakt die Form des australischen Kontinentes. Auf der Weiterfahrt sahen wir immer wieder Pelikane, immer in Zweierpärchen unterwegs.

Wir entdeckten die ersten Kängurus unserer Reise – die allerersten verscheuchte ich mit Vollbremsung und viel zu hektisch reingeknallten Rückwärtsgang noch ganz gut. Vor allem Fotos stellten sich als problematisch heraus – die Tiere sind sehr scheu. Nach einigen Versuchen gaben wir fürs Erste auf, doch wir sollten noch unsere Chance bekommen. Gegen Abend wies uns ein Holzschild an der Landstraße auf die Möglichkeit zu campen hin. Nach vier Kilometer holprigem Waldweg kamen wir an einen mit zwei Schildern kurz erklärten „wilden“ Campingplatz direkt am Meer, unmittelbar hinter dem Strand – man durfte sich in die einzelnen Buchten stellen, einmal pro Tag käme jemand zum kassieren (in unserem Fall hatte der wohl Urlaub). Und direkt neben den Schildern saßen zweieinhalb Kängurus, vermutlich Mutter und Kind, erstere mit neugierig aus dem Beutel schauenden Köpfchen, und ließen sich durch unsere Anwesenheit auch gar nicht groß irritieren.

Wir verbrachten eine sturmumtoste Nacht mitten im Nirgendwo.

12.11.2013

Nach Aufwachen mit Meeresblick, Frühstück und einer kurzen Begegnung mit einem ca. 1,50m langen Waran ging es los, wir sahen an diesem Tag mehrere Orte ohne spektakuläre Erlebnisse. Wir überschritten die Grenze nach Victoria und die Straßen wurden schlagartig breiter. Unseren ersten Eindruck der Südküste Australiens bekamen wir in Cape Conran und entdeckten das Ende des Regenbogens am Snowy River (dieses und andere Fotos folgen!)

Wir übernachteten in Orbost auf dem Campingplatz.

13.11.2013

Nachdem wir uns bei der Tourist Information von Lakes Entrance mit neuem Karten- und Infomaterial eingedeckt hatten, brachen wir zu einer langen Etappe auf, die uns über den menschenleeren 90 Mile Beach und Yarram in Richtung Foster führte. Doch zuvor folgten wir dem Rat des Herren in der Touristinformation und fuhren einen Berg hinauf. Belohnt wurden wir mit einem Ausblick über die Stadt, die auf einem schmalen Landstück links vom Meer und rechts von einem Fluss umschlossen wird. Weit in der Ferne erahnt man einige der zahlreichen Bohrinseln auf dem offenen Meer. Wir sahen an diesem Tag zwar wenige Menschen, dafür umso mehr Schafe und vor allem Kühe. Bei weiterhin schlechtem Wetter stellten wir uns schließlich in Port Franklin an den menschenverlassenen Hafen, auf einem Parkplatz konnten wir übernachten und hatten sogar eine Toilette 🙂

14.11.2013

Während der Nacht wütete ein größerer Sturm, was wir vor allem bei der Weiterfahrt zu spüren bekamen – viele Straßen waren wegen Wasser oder umgefallener Bäume gesperrt und wir mussten einige kleinere Umwege auf uns nehmen. Unser Ziel war Phillip Island, eine Insel ca 100km vor Melbourne. Hier widmeten wir uns im Koala Conservation Center zunächst den Namensgebern und fanden eine touristische Attraktion, die die Tiere mit dem nötigen Respekt behandelte. So waren in dem weitläufigen Gelände 20 Tiere zu finden, auch mittels erhöhter Pfade, allerdings gab es immer Rückzugsraum für die Koalas durch hohe Bäume.

Am Abend sahen wir uns die Penguins‘ Parade – jeden Abend kommen hier mehr als 1000 Zwergpinguine zurück in ihre Kolonie und das Ganze wird touristisch ausgeschlachtet vom Allerfeinsten, inklusive fest installierter Tribünen am Strand. Nichtsdestotrotz wird auch hier die Privatsphäre der Tiere weitgehend gewahrt und es war eine zwar recht kühle, deswegen aber nicht minder interessante Erfahrung. In der Kolonie ist zur Zeit viel los, weil Eier gebrütet werden oder die kleinen Babypinguine gefüttert werden müssen. So ließen sich die umsorgenden Mama- und Papapinguine von der Anwesenheit der Touristen gar nicht stören und watschelten wie auf  einer wichtigen Mission einen Meter von uns entfernt auf den Pfaden vorbei. Ein wirkliches Erlebnis, die  blau-weißen Zwergpinguine zu beobachten. Ziemlich spät kamen wir in San Remo an und stellten uns dort auf den Campingplatz.

15.11.2013

Auch heute fuhren wir nochmal über die Brücke nach Phillip Island, aber auch direkt weiter – wiederum über die Brücke – nach Churchill Island, einer kleinen Insel, die bis in die 1960er nur zu Fuß und auch nur bei Ebbe zu erreichen war, in seltenen Fällen auch per Boot. Bis in die 1970er befand sich die Insel in Privatbesitz, dort ließen sich reiche Großstädter nieder (die Insel hatte im Laufe der Zeit ein halbes Dutzend Besitzer), um Abstand zum Rest der menschlichen Zivilisation zu finden. Heute findet man hier eine Heritage Farm, inklusive der entsprechenden Gebäude und Tiere.

Nach kurzem Abstecher zur Chocolate Factory ging es Richtung Melbourne, eine Stadt, auf die wir sehr gespannt waren und in der wir ganz anders als geplant zwei tolle Tage verbringen sollten.

Wir hatten im Laufe der letzten Tage immer wieder mit dem Bruder des Patenonkels von Lauras Mama telefoniert, wir kannten zwar weder die zwei noch ihre Frauen, das ließ sich aber ja ändern. Wir wurden sehr herzlich empfangen, es gab typisch italienisches Abendessen und wir lernten einander schnell kennen. Die vier befinden sich irgendwo zwischen 65 und 75 und freuten sich sehr über unseren Besuch, das wurde schnell klar.

Wir ließen das Wohnmobil bei Francesco und Emma stehen und fuhren mit Angelo und Pauline auf die Ranch.

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