11.01.
Wir standen um 6.30 Uhr auf – unser Shuttlebus gen Flughafen ging zwar erst um 8.10 Uhr, doch da wir mit Jetstar und somit ohne Essen flogen, wollten wir das Frühstücksbuffet möglichst ausgiebig nutzen.
Alles lief prima, auch Check In und Flug selbst liefen problemlos, wir kamen gegen 15 Uhr in Singapur an. Noch vor der Passkontrolle entledigten wir uns unserer Kaugummis – diese nach Singapur einzuführen, steht unter Strafe. Generell ist der Stadtstaat sehr gut und straff organisiert, nicht umsonst werden die Bewohner auch die „Deutschen Südostasiens“ genannt. So wird hier u.a. auch viel genörgelt, obwohl Singapur gerade verglichen mit den umliegenden Staaten unglaublich wohlhabend ist und auch den internationalen Vergleich mit großen Industrienationen nicht zu scheuen braucht. Vieles erinnerte uns hier stark an HK.
Wir fühlten uns hier von Anfang an sehr wohl und sehr sicher, auch die Infrastruktur ist toll organisiert und man kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln günstig, sicher und schnell an sein Ziel. Dies ist auch gut so, denn neben der Luxussteuer, die auf Autos bezahlt werden muss und diese gut doppelt so teuer wie in Deutschland macht, muss man sich um eine Lizenz bewerben, ein Auto besitzen zu dürfen (von denen im Monat ca. 1000 vergeben werden – bei vier Millionen Einwohnern), diese selbstverständlich auch ordentlich bezahlen und einen privaten Stellplatz für sein Auto vorweisen können.
Nachdem Christine, Dominik und Johann – unsere Gastgeber, Christine ist das Patenkind meiner Mama und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn seit einem knappen Jahr hier – uns von der Bahnstation Queenstown (wie passend – wir kamen ja grade auf Umwegen aus NZ) abgeholt hatten, wir unser Gepäck verstaut hatten und alle Hunger hatten, hatten die zwei die gute Idee, einen der lokalen Foodcourts zu besuchen. Hier reiht sich ein Essensstand an den nächsten. Ich flitzte mit Dominik von Bude zu Bude, er rief den Händlern immer mal was zu und am Ende sammelten wir alle Gerichte ein – allesamt echt frisch und richtig lecker.
Wir erzählten anschließend noch bei einer Flasche Wein und gingen gegen 12 Uhr schlafen.
Ein erster Eindruck von der Stadt vom Pooldeck der Wohnanlage.
Um 8.30 Uhr standen wir auf, Johann, Dominik und ich statteten dem Bäcker in der Mall um die Ecke einen Besuch ab. Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten wir uns zunächst von unseren Gastgebern, um Chinatown zu erkunden. Das Viertel ist sehr hübsch und gerade jetzt kurz vor dem chinesischen Neujahr (am 31.01. startet das Jahr des Pferdes) bunt geschmückt. Die Massen drücken sich hier durch, es gibt viel zu entdecken. So auch Stätten dreier verschiedener Religionen – eine Moschee schauten wir uns an, besichtigten einen hinduistischen Tempel und den krönenden Abschluss bildete der 2008 für 75 Mio S$ (ca 45 Mio EUR) errichtete Buddha Tooth Relic Temple. Hierbei handelt es sich um einen sehr beeindruckenden Tempel, dem man locker einige Stunden widmen kann. Den zentralen Raum findet man im vierten Stock, inmitten eines prächtig geschmückten Raumes steht hier ein massiver, 420 kg schwerer Goldklotz, in dessen Mitte man die dem Tempel seinen Namen verleihenden Überreste eines Zahnes von Buddha bestaunen kann.
Nicht nur bei Tempeln gilt: „Schuhe aus“.
Die farbenfrohen Bemalungen im hinduistischen Tempel.
Einer der zwei Wächter des Buddha Tooth Relic Temple.
Der Zeremoniensaal vom Zwischengeschoss aus.
Später stießen Christine, Dominik und Johann wieder zu uns und wir gingen im Raffles Hotel essen. Das Hotel ist ein altes Gebäude im Kolonialstil, liebevoll renoviert, ideal zum flanieren und erkunden. Dort herrscht eine tolle Atmosphäre und wir genossen die Ruhe mitten in einer hektischen Stadt.
Im Anschluss erkundeten wir weitere Teile der Stadt spazierend, wir liefen am Parlament vorbei, über den Fluss, hinein in den gut in die Stadt integrierten Central Bank District CBD. Unsere Gastgeber führten uns schließlich auf die Dachterrasse des Fullerton Bay Hotels, dort genossen wir die tolle Aussicht auf die Bucht und den die Gegend beherrschenden Marina Bay Sands-Komplex. Bei einem Whisky bzw. Cocktail bewunderten wir die Lasershow, die hier täglich gezeigt wird, ähnlich der Symphony of Lights, die wir in HK gesehen hatten.
Der Pool und die Bar des Fullerton Bay Hotels. Eine tolle Kulisse für die imposante Lasershow:
Gegen 22 Uhr kamen wir wieder in Queenstown an, holten uns noch eine Kleinigkeit von den grade schließenden Geschäften im Food Court und fielen gegen 23 Uhr geschafft ins Bett.
Auch heute klingelte unser Wecker um 8.30 Uhr, wir frühstückten mit Christine und Johann in aller Ruhe, danach machte ich mich auf den Weg auf die Dachterrasse, dort hatten wir schon am ersten Abend die tolle Aussicht auf Singapur genossen. Hier standen einige Liegestühle, es gab ein kleines Gym, drei Whirlpools und den auf unserer Reise ja mittlerweile allgegenwärtigen Pool. Dieses Exemplar war stolze 75 m lang und so zog ich einige Bahnen.
Wir brachen auf gen Botanic Gardens. Christine führte uns herum, der Garten war sehr schön angelegt – wir hatten ja auf unserer Reise vorher schon einige Gardens und Parks besucht und uns meist sehr wohl gefühlt im Grünen, doch dieser war absolut sehenswert. Zentraler Bereich war der Orchideen-Garten, hier kam man ob der vielen farbenfrohen Blumen kaum aus dem Staunen heraus und Laura machte viele Fotos. Christine ging später mit Johann nach Hause, wir aßen eine Kleinigkeit und schlenderten noch eine Weile durch den Garten.
Unser nächstes Ziel an dem Tag war Marina Bay. Der komplette Bereich wurde in den letzten Jahren aufgeschüttet, vorher gab es hier nur Meer. Wir schauten uns die Gardens by the Bay an mit ihren Supertrees, metallene Konstruktionen, an denen Pflanzen gedeihen und die man auch besteigen kann. Der ganze Bereich ist stark auf Nachhaltigkeit angelegt, auf den Dächern der Supertrees liegen Solarpanels und die aus dem dort entstehenden und direkt verwerteten Müll gewonnene Energie wird dazu verwendet, die zwei großen Gewächshäuser zu kühlen, die man sich gegen Eintritt anschauen kann. Dominik fütterte uns später mit vielen Informationen, so erfuhren wir auch, dass der Bereich der Supertrees erst 2012 eröffnet wurde.
Wir entschieden uns für den Tree Walk, hier wurde zwischen mehrere der Giganten eine Hängekonstruktion installiert, auf der man in luftiger Höhe entlang spazieren und den Ausblick genießen kann.
Wir wollten noch höher und begaben uns zum bekanntesten Gebäude im Areal, dem bereits gestern bestaunten Marina Bay Sands. Auf drei Türmen thront ein schiffartiges Gebilde mit dem Infinity Pool, der wie der Name beschreibt, keine Grenze zu haben scheint. Dort oben gibt es auch eine Dachterrasse im 57. Stock, doch wir hatten Pech – man gab uns die Auskunft, das Stockwerk sei heute reserviert, wir fanden später raus, dass SAP dort feierte .
Nach kurzer Niedergeschlagenheit beschlossen wir, nicht so schnell aufzugeben und schnappten uns einen der hoteleigenen Aufzüge. Zwar war das 57. Stockwerk, wie auch fast alle anderen Stockwerke gesperrt, man brauchte eine Zimmerkarte des Hotels, um den Aufzug zu bedienen. Doch nach einigem Probieren fanden wir eine Ausnahme – im 55. Stock befand sich das hoteleigene Spa, das frei zugängig war. Auf unsere scheinheilige Frage, ob wir denn nicht in der Bar gelandet seien, verwies uns die Dame zwar auf einen anderen Aufzug, ließ uns aber dann gewähren und wir konnten die Aussicht genießen.
Auch die direkt angeschlossene Mall schauten wir uns näher an, dort gab es neben zahlreichen Luxusmarken auch einen kleinen Wasserlauf, auf dem man sich in kleinen Booten herumschippern lassen konnte. Wir aßen im dortigen Foodcourt, der ähnlich aufgebaut war wie der, den wir am ersten Abend besucht hatten. Nur war dieser hier um eine Schlittschuhbahn (!) herum gebaut, die aber an diesem Abend wenig genutzt wurde.
Um 20 Uhr begaben wir uns vor die Mall, um uns die Lasershow, die wir gestern auf das Marina Bay Sands schauend gesehen hatten, heute von der anderen Seite anzusehen. Hier wird auch mit aus dem Wasser schießenden Flammen und auf Wasserdampf projizierten Videos gearbeitet – eine spektakuläre Show.
Gegen 21 Uhr waren wir wieder in unserem „Zuhause für 4 Nächte“ und ließen den Abend mit Christine und Dominik quatschend ausklingen.
14.01.
Den heutigen Tag gingen wir recht gediegen an – wir frühstückten gemütlich, ich ging schwimmen, Laura beschäftigte sich mich Johann und wir chillten so in den Tag hinein. Gegen 15 Uhr brachen wir auf, um uns Little India anzuschauen, ein hektischer und zum einmaligen Drüberschlendern guter Stadtteil.
Gegen 18 Uhr waren wir zurück im Apartment – wir waren mit unseren Gastgebern zum Essen gehen verabredet. Dominik hatte mir von einer Kette namens „Brotzeit“ erzählt, die wir auch in HK schon gesehen hatten.
Hier gibt es gute deutsche (und hauptsächlich bayrische) Küche für viel Geld, sehr lecker und nach mehr als 2 Monaten ohne Essen aus Deutschland mal eine willkommene Abwechslung! Auch bayrisches Bier gab es, rundherum ein lustiger und leckerer Abend. Anschließend saßen wir noch mit Christine und Dominik zusammen und unterhielten uns bei Whisky und Bier. Vor dem zu Bett gehen stand der nächste Abschied an – Dominik würden wir am nächsten nicht mehr sehen, er geht um 7 Uhr aus dem Haus.
15.01.
Ein weiterer Tag des Abschieds – unsere Zeit in Singapur neigte sich dem Ende entgegen. Heute würden wir mit dem Bus nach Melaka fahren. Vorher frühstückten wir in Ruhe mit Christine und Johann, unser Bus ging erst um 13.30 Uhr.
Gegen 12 Uhr brachen wir auf, alles lief problemlos. Der Bus war durch große Sessel mit Fußauflagen recht komfortabel, aber schon ein wenig älter. Die Fahrt lief gut, unser Fahrer hatte es recht eilig und sprach nur in einzelnen Worten mit uns („passport, passport, passport!“), zwei Mal stoppten wir – für die Ausreise aus Singapur und auf der anderen Seite der Brücke für die Einreise nach Malaysia – und gegen 17.30 Uhr kamen wir in Melaka an. Die Stadt ist seit 2008 UN-Weltkulturerbe.
Wir ignorierten die auf uns zustürzenden Taxifahrer und suchten uns unser Taxi selbst. Nach einer zehnminütigen Taxifahrt kamen wir an unserem Hotel an – eine Empfehlung von Dominik und ein sehr liebevoll gestaltetes Haus im Kolonialstil mit grün bepflanztem Innenhof, rundum echt schön. Wir fühlten uns hier direkt sehr wohl.
Nach dem Check In chillten wir auf dem Zimmer, später ging es raus, wir wollten uns ein bisschen umschauen. Schon am heutigen ersten Tag in Malaysia merkten wir einen deutlichen Unterschied zu unseren bisherigen Asia light-Destinationen Hong Kong und Singapur. So befindet sich vor dem Hotel nicht etwa ein Bürgersteig, sondern man steht wie auch in großen Teilen der restlichen Stadt direkt auf der Straße. Fußgänger, Fahrräder, Mopedfahrer und Autos teilen sich die schmalen Straßen größtenteils erstaunlich problemlos.
Wir aßen zu Abend bei Satay Celupe – hier sitzt man um einen runden Edelstahltisch, in dessen Mitte eine Erdnusspaste – mit 26 verschiedenen Gewürzen verfeinert und 18 Stunden lang gekocht – vor sich hin blubbert. Aus mannshohen Kühlschränken holt man sich Stäbchen mit unterschiedlichen Lebensmitteln, von Garnelen und Fisch über Tofu und Gemüse bis hin zu Fleisch und einigen unidentifizierbaren Leckereien (zu jeweils 0,70 Ringgit, als knapp 20 Cent) und lässt diese nach Wunsch länger oder weniger lang im Topf. Wir aßen einiges, von dem wir nicht wussten, was es war, aber das meiste schmeckte sehr lecker und richtige geschmackliche Enttäuschungen gab es nicht. Alles zusammen landeten wir bei knapp 15 Euro, davon ging die Hälfte für meine zwei 680ml-Tiger Bierplomben drauf.
Do-it-yourself, super lecker!
Anschließend holten wir uns noch frischgemachte Säfte und Sago, eine geleeartige malaiische Nachtisch-Spezialität, im Innenhof des Hotels und gingen gegen halb 2 schlafen.














