New Zealand Part lll: einmalige Begegnungen.

29.12.

Es ging wieder früh raus, meinen Geburtstag wollten wir mit einem Tagesausflug zum Milford Sound (laut Trip Advisor das weltweit beste Ziel 2008) genießen. Um 8.15 Uhr holte uns der Bus ab, unser Fahrer hieß Oz und hatte viel zu erzählen. Generell war er sehr entspannt und hielt oft. Nach einer Pause in Te Anau begaben wir uns auf kurvigen und engen Straßen in die Southern Alps, stoppten an den leider verregneten Mirror Lakes, holten uns frisches, kaltes Wasser aus dem Monkey Creek und stoppten noch viele Male, um die landschaftliche Schönheit, die uns heute oft an die Schweiz erinnerte, möglichst gut einfangen zu können.

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Ein Wasserfall auf dem Weg zum Milford Sound.

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Die Ausblicke aus dem Bus heraus haben uns immer wieder fasziniert.

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Monkey Creek und im Hintergrund die Southern Alps.

Je näher wir unserem Ziel kamen, desto schöner wurde das Wetter und als wir gegen 14.30 Uhr am Milford Sound ankamen, erwartete uns strahlender Sonnenschein. Die Boat Cruise dauerte von 15.15 bis 17.00 Uhr und wieder einmal lässt sich die landschaftliche Schönheit nur schwer in Worte fassen. Ich hatte den Sound schön in Erinnerung, aber im Sonnenschein sah er noch deutlich schöner aus als im Dunst 2003. Wir fuhren bis raus zur Tasman Sea, unser Skipper schaffte uns ganz nah an eine Robbenkolonie heran und auch Wasserfälle konnten wir aus nächster Nähe sehen und fühlen 🙂

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Imposante Höhen und Weiten.

Gegen 17 Uhr und damit viel zu früh – wir hätten ruhig noch einige Stunden auf dem Fjord verbringen können – legten wir wieder an und begaben uns schließlich im Bus auf die Rückfahrt. Unser Fahrer beglückte uns mit Emily Sandé live in concert und einem australischen Klassiker (The Castle), so dass die Rückfahrt trotz halbstündiger Umleitung nicht allzu langweilig wurde. Gegen 21.30 Uhr neigte sich ein langer, sehr schöner und auch ein wenig anstrengender Ausflug dem Ende entgegen.

Meine Ersatzfamilie hatte im Dorm noch eine Geburtstagsüberraschung für mich geplant, inklusive Sekt und Kuchen. Zum Abschluss meines Ehrentages begaben wir uns für einige Bier mit Ron, Carmen und Fleurine ins 1876.

Und auch mit früh ins Bett wurde es wieder nichts, nach einer Runde Skype mit Muddi, Papitsch und Hilmitsch war es wieder 3.30 Uhr 🙂

30.12.

Nach meinem Geburtstagsskypen war es spät geworden, also wurde es trotz Schlafens bis 11.00 Uhr eine kurze Nacht, ich hätte ruhig noch ein wenig länger schlafen können. Denn innerhalb kurzer Zeit stellte sich große Aufregung ein – der Tag der aberwitzigen Sprünge war gekommen. Laura und ich hatten uns für Jumps angemeldet. Laura probierte einen Swing aus, den größten der Welt. 70m freier Fall und 300m Swing sprechen für sich. Ich selbst hatte mich für den Nevis Highwire entschieden, eine Herausforderung, die mir schon seit meinem letzten NZ-Aufenthalt im Kopf herumspukte. Nach der Kawarau Bridge beim letzten Mal hatten Harald und ich uns damals in den Kopf gesetzt, beim nächsten NZ-Urlaub den dritthöchsten Bungy der Welt zu springen, mit 134 m und 8.5 Sekunden Freefall.

Nach der Anmeldung ging es per Shuttlebus um 15.30 Uhr aus Queenstown raus, einige Springer verließen den Bus (der eher als ausgebauter Truck zu beschreiben ist) bei der Kawarau Bridge, uns brachte der Bus auf einer irrwitzig schmalen und steilen Gravel Road hoch zum Nevis. Die Spannung war fast mit Händen zu greifen, nach Anlegen der Ausrüstung brachte uns eine kleine Gondel auf die Sprungbasis in der Mitte der Schlucht. Dort angekommen ging es sehr schnell – wir hatten vorher schon gehört, dass es nach Gewicht ginge und deswegen war ich als erster dran. Auf einem Stuhl Platz genommen, wurde mir das Seil angelegt. Auch jetzt, wenn ich zwei Tage später darüber schreibe, ist die Aufregung noch gut zu spüren. Auf der Planke versuchte ich zwanghaft (und erfolgreich, erst auf dem Video sah ich, dass meine Fußspitzen bereits festen Grund verlassen hatten), nicht nach unten zu schauen und mich auf den Sprung zu konzentrieren. „5, 4, 3, 2, 1, BUNGY!“, nach dem Absprung entfuhr mir ein „Oh fuck“ und es verschlug mir den Atem. Mein Kopf schien der Explosion nahe, mein Magen spielte verrückt, die Gefühle ließen sich schwer unterscheiden – ein riesiger Adrenalinschub und ein wahnsinniges Glücksgefühl, kaum in Worte zu fassen.

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Die angsteinflössende Aussicht auf ein kurzes Adrenalinerlebnis – Nevis Bungy.

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Als nächstes war Laura an der Reihe, sich ihren Adrenalinschub abzuholen. Nachdem wir wieder sicheren Grund unter den Füßen hatten und ich wieder aufnahmefähig war, bewegten wir uns zur Swing-Plattform. Von den Positionen Vorwärts, Rückwärts und die beiden genannten upside down entschied sich Laura nach Absprache mit der Instruktorin für „the scariest one“ – Rückwärts auf dem Kopf. Sie wurde angeschnallt, setzte sich über dem Abgrund in die Luft und hakte anschließend ihre Beine oben am Gurt ein. Dann löste der Mechanismus aus und Laura fiel mit einem Schrei in die Tiefe. Unten angekommen und ausgeschaukelt löste sie ihre Beine und kam nach einigen Minuten schließlich fröhlich über dem Abgrund schaukelnd wieder an der Plattform an.

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Wir haben es geschafft!

Wir holten noch unsere Fotos und Videos mittels eines Codes ab und machten uns auf den Weg zurück nach Queenstown. Dort holten wir uns noch die angeblich besten Burger der Welt bei Fergburger ab – sie waren wirklich sehr lecker, meiner mit Blue Cheese, Lauras Lammburger auch.

Dann war es an der Zeit, den Abschied zu feiern. Von unseren 9 Reisenden zu Beginn der Reise in Auckland am 15.12. waren immer noch 8 zusammen, zusammen mit einigen auf dem Weg zugestiegenen hatte sich im Laufe der letzten Wochen eine eingeschworene Gemeinschaft gebildet.

Nach einigen Bier und Jager Bombs in Loco Bar, Buffalo und hauptsächlich 1876 ging es für noch mehr Bier in einen Club direkt neben dem Base Hostel, The Find. Ein langer Tag und eine noch längere Nacht endete nach dem Packen um 3.30 Uhr.

31.12.

Der letzte Tag des Jahres endete nach kurzer Nacht um 7.00 Uhr. Es standen schwere Abschiede an, mit Ausnahme von Sanna stand unser gesamtes Dorm mit uns auf.

Um 8.50 Uhr ging es dann los, Splash brachte uns über Twizel und einen wundervollen Blick über Lake Pukaki am Peter’s Lookout (der vom Tasman Glacier gespeist wird und eine tolle hellblaue Farbe hat) nach Mt Cook Village am Fuße des selbigen.

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Lake Pukaki – Photoshop könnte es nicht schöner färben.

Wir kamen dort gegen 14 Uhr an und beschäftigten uns mit Walkways, einer hoch zum Kea Point mit wunderbaren Ausblicken auf Mt Selfon und Mt Cook und einer zum Tasman Glacier Lookout, der einen interessanten und zugleich beängstigenden Ausblick auf den Gletscher bot. Mit einer drehbaren Tafel lässt sich nachvollziehen, wie sehr der Gletscher besonders in den letzten Jahren und Jahrzehnten geschmolzen ist.

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Der höchste Berg Neuseelands – Mt Cook.

Um 17 Uhr waren wir wieder im Hotel und schliefen erstmal bis 21.00 Uhr. Laura kochte anschließend Spaghetti mit rotem Pesto, Shrimps und Spargel und wir setzten uns raus in den Saal zu den anderen. Stimmung wollte hier jedoch nicht aufkommen, weswegen wir mit Stephi in unser Zimmer verschwanden, für Sekt hatten wir mittags gesorgt. Dieses Jahr stießen wir ohne Countdown um kurz nach zwölf an und erzählten mit Stephi noch bis halb drei.

01.01.2014

Am ersten Tag des neuen Jahres ging es um 10.15 Uhr los, wir verließen Mt Cook Village und machten uns auf den Weg nach Rangitata. Abgesehen von einem Kaffee- und einem Groceries-Stop in Geraldine passierte heute nicht viel.

Wir checkten gegen 14 Uhr in Rangitata Rafts ein und erkundeten die Gegend. So entdeckten wir auf dem Big Tree Walk durch den Peel Forest einen über 1000 Jahre alten, 31m hohen und 8,40m dicken Baum. Splash gab eine kleine Drift-Trike-Vorstellung, aber da wir uns auf einer öffentlichen Straße befanden, verzichtete ich auf das Ausprobieren.

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Wahre Naturverbundenheit 🙂

Ein entspannter Tag klang anschließend bei einem gemeinsamen BBQ (mit ganz viel Fleisch und auch mit leckerem Lachs) und gemeinsam am Ofen sitzen aus. Wir schauten noch Rhys Darby (ein Kiwi Stand Up) und Ricky Gervais‘ Animals und gingen gegen 23 Uhr schlafen.

02.01.

Nach einer kurzen Nacht ging es um 7.15 Uhr los Richtung Kaikoura (Kai heißt Essen und Koura Languste), wo wir am frühen Nachmittag ankamen. Auf einem Hügel hatten wir großartige Aussichtsmöglichkeiten und schossen einige Fotos der tollen Landschaft. Nach ATM-Stop, einchecken und Supermarkt-Stop schauten wir uns noch die nahegelegene Robbenkolonie und Laura konnte einige Tiere fotografieren, abseits der Massen, die sich auf eine offensichtlich liegende Robbe stürzten 🙂

Gegen 16.45 Uhr wurden wir vom Hostel abgeholt. Einige Mitglieder der Gruppe waren Langustenfischen gegangen. Wir entschieden uns nur dazu, für 20 NZD beim Dinner mitzumachen, Weißwein all you can drink inklusive. Der Fischer Jerry zeigte uns, wie die Langusten zubereitet werden und wir durften und sollten möglichst viel selbst machen – Fühler abbrechen und aussuckeln, Languste der Länge nach spalten und alles essen bis auf den poo tube – auch die Beine werden abgebrochen und ausgesuckelt.

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Ganz einfach: 15 Min im kochenden Wasser garen und fertig ist die Delikatesse:

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Ich half Jerry besonders auch bei der zweiten Portion, zum Dank durfte ich meine 20 bucks behalten und weiterhin eine Languste mit ins Hostel nehmen – nur erwischen lassen sollte ich mich nicht. Wir ließen sie uns später schmecken.

Wir quatschten noch mit Stephi, auch der letzte Teil unserer Gruppe brach nun auseinander. Sie ließ es sich nicht nehmen, uns zum einen gleich zweimal zu herzen und zum anderen am nächsten Morgen mit uns aufzustehen – um 4.30 Uhr!

03.01.

Heute ging es wie erwähnt sehr früh raus, um 5.30 Uhr warteten die Delphine. Laura wollte gerne mit ihnen schwimmen, ich begnügte mich mit schauen. Beides sollte großartige Eindrücke mit sich bringen.

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Der Sonnenaufgang über Kaikoura.

Nach kurzem Briefing ging es gegen 6.15 Uhr auf das Wasser. Und bereits nach kurzer Fahrt tauchten die ersten dusky dolphins an unserer Heckwelle auf. Bis auf mich gingen alle schwimmen, ich schoss Fotos und schaute einfach zu – vom Boot aus hatte man einen tollen Blick. Die Gruppe amüsierte die Delphine gut (durch tauchen, im Kreis schwimmen und lustige Geräusche machen – auch für mich an Bord tolles Amüsement) und so wurde ihnen nicht langweilig, sie blieben über eine halbe Stunde bei unserer Gruppe. Auch einen zweiten Gang von 15 Minuten gab es – jeder kam auf seine Kosten. Laura konnte mehrmals gut mit den Tieren interagieren und hatte eine tolle Zeit im Wasser.

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Anschließend begleiteten wir die Delphine noch ein Stück und wir hatten Glück – schnell bildete sich ein pod von 200 bis 300 Tieren (vom Experten an Bord geschätzt) und es gab viel zu sehen. „Angebende“ Exemplare, die ein Kunststück nach dem anderen vollführten, Mütter mit ihren Jungtieren (am Kopf zu erkennen, der beim Atmen ganz aus dem Wasser kommt) und ganz viele Rückenflossen, die überall aus dem Wasser kamen – ein tolles Naturspektakel.

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Das war das Highlight des heutigen Tages, der Rest lässt sich schnell zusammenfassen. Wir düsten zur Fähre, diese ging um 14.00 Uhr aus Picton. Um 18.30 Uhr checkten wir in Wellington im Hostel ein und merkten, dass wir die kurzen Nächte zu spüren bekamen – wir waren schlagskaputt. Wir verabredeten uns aber noch mit Kate, um gemeinsam im Hostel Dinner zu essen. Sie war auf unserer Reise in Richtung Süden am 22.12. vom Bus gehüpft und arbeitet jetzt für einige Wochen hier in Wellington in einem Hostel – sog. Woofing, sie arbeitet jeden Tag von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr im Housekeeping und bekommt dafür ein Dach über dem Kopf, kostenloses Frühstück und kostenlose Laundry gestellt. Arbeitet sie mehr, bekommt sie es bezahlt.

04.01.

Auch heute war die Nacht schnell zu Ende, um 6.40 Uhr startete unsere  Etappe von Wellington nach Auckland. Bei einigen Zwischenstopps (wie zB in Bulls) und einigen Ortsdurchfahrten (zB Taihape, die Gumboot-Stadt) kam es einem so vor, als sei man vor Ewigkeiten hier gewesen – vor nicht einmal zwei Wochen war es de facto.

Ansonsten verlief der Tag recht ereignislos, auch der Abschied von unserem Fahrer Splash in Auckland geriet kurz und schmerzlos. Ich stürzte mich im YHA angekommen auf das Tagebuch, Laura legte sich schlafen, da sie etwas angeschlagen war.

Gegen 21 Uhr gab es Dinner, anschließend saßen wir noch mit Rémi, den wir ebenfalls auf der Reise kennengelernt hatten, tranken ein, zwei Cider (oder in meinem Fall Bier) und gingen schließlich gegen 0 Uhr ins Bett.

05.01.

Auch heute passierte nicht arg viel – wir schliefen bis 9.30 Uhr (wir skypten mit Günther und Margarete), schliefen dann nochmals, holten uns nachmittags bei Wendy’s zwei ihrer bekannten Burger, schliefen wieder und aßen abends Salat mit Rémi.

Wir hatten anscheinend einigen Schlaf nachzuholen, unterbrochen wurde dieser nur durch Orga und Tagebuch schreiben.

Vor dem ins Bett gehen / bis 3 Uhr nachts mit der Familie skypen stand ein weiterer Abschied an – Rémi sollte am nächsten Tag zur Bay of Islands aufbrechen.

06.01. und 07.01.

Auch die nächsten beiden Tage waren von Chillen, Skype und Organisieren geprägt. Wir gönnten uns Pfannkuchen zum Frühstück und skypten mit beiden Familien. Auch zwei Fitnesseinheiten passten rein, genauso wie Arbeiten am Blog. Abends gab es einmal herzhafte Pfannkuchen (keinesfalls Reste von morgens 🙂 ) und einmal Pasta Frutti di Mare. Auch in Auckland selbst schauten wir uns wieder um, aber nicht ausführlich. Über einen Ausflug nach Waiheke hatten wir nachgedacht, aber uns letzten Endes dagegen entschieden. Unsere vier Wochen in NZ neigten sich dem Ende entgegen, nach unserer action packed Reise mit Stray ließen wir unsere Zeit hier gemütlich ausklingen.

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