28.11.
Heute ging es früh raus, um 7.30 Uhr klingelte der Wecker. Unser Flieger ging zwar erst um 11.15 Uhr, aber wir wollten auf der sicheren Seite sein. Alles lief prima, nach einer kurzen Taxifahrt (Adelaides Flughafen liegt sehr zentral – nur 8km entfernt) und dem üblichen Prozedere hatten wir noch jede Menge Zeit. Auch der Flug selbst lief problemlos und wir kamen nach einem neuerlichen Zeitsprung von einer Stunde (hier in Queensland sind es 9 Stunden Unterschied zu Deutschland) um 13.45 Uhr wohlbehalten an. Aus dem Flughafen kommend liefen wir allerdings schön gegen die Wand – nach trockener Hitze im Süden erwarten einen hier tropische Luftfeuchtigkeit und noch mehr Hitze.
Auch der vom Hostel Caravella organisierte kostenlose Shuttle Service lief einwandfrei. Das Hostel selbst ist sehr cool, mit geräumigem Zimmer, Pool (der uns die ganze Reise über zu begleiten scheint) und en suite Badezimmer – was für ein Luxus! Selbst ein – zugegebenermaßen sehr einfaches – Abendessen in einem Pub um die Ecke gibt es kostenlos. Und das ganz für 22 Euronen pro Nacht und Person, ideal.
29.11.
Unser Fahrplan für die nächsten Tage steht. Heute erstmal ausschlafen, etwas sporteln und eine Tour zum Great Barrier Reef buchen. Gesagt, getan! Einziges Problem bei unserem Plan ist, dass Ausschlafen gleich spät (in unserem Fall gegen 12 Uhr) Sporteln bedeutete. Hier wird es dann um diese Tageszeit extrem schwül und einen kleinen Sonnenbrand gibts gratis dazu. Jeder muss seine Lektion mal lernen und ab jetzt wird nur abends oder ganz früh Sport getrieben.
Nach unserer Sporteinheit wollten wir uns in die Stadt verabschieden, um eine Tour zum Great Barrier Reef zu buchen. Weitere als bis zur Rezeption kamen wir aber nicht, da Raffaele ( Italiener und Besitzer des Hostels) uns bereits mit den Worten abfing: „You have to book a tour to the reef for tomorrow. The weather is perfect! You can book it directly here with Hannah“ Das bedeutet kein Wind und somit gut für Seekranke wie mich und so buchten wir bei der Rezeptionistin Hannah die Tagestour.
Zur gleichen Zeit folgten zwei deutsche Mädels ebenfalls dem Rat und buchten eine Tagestour mit einem Schiff. Allerdings wählten sie eine etwas teurere Variante. Für den Abend verabredeten wir uns im Hostel, um Tipps für die Weiterreise auszutauschen.
Folglich war unser Programm abgehakt. Wir verbrachten die Zeit in der Stadt. Holger bekam einen Haarschnitt und wir spazierten ein bisschen durch die Straßen. Cairns ist eine kleine Partystadt, architektonisch nicht besonders interessant und besteht im Grunde nur aus Reisebüros.
Also ein guter Startpunkt für Reisen und Ausflüge an der Ostküste, aber keine Stadt zum Verweilen.
30.11.
Heute ging es sehr früh aus den Federn, um 6.00 Uhr klingelte der Wecker, um 7.00 Uhr startete unsere Reise mit den Jungs vom Cairns Dive Center CDC in Richtung Great Barrier Reef. Das Schiff, mit dem wir unterwegs waren, war ein wenig abgeranzt, aber die Jungs vom Team waren gut drauf. Gegen zehn Uhr erreichten wir das Riff, bei dem wir tauchen sollten, auf der Fahrt dorthin gab es einige Anweisungen zum Thema Introductory Dive. In vier 4er-Gruppen ging es an einem Seil hinab in die Tiefe.
Nur einige der zahlreichen Bilder, die wir an diesem Tag gemacht haben.
Hat man sich an die Atmung und den Druckausgleich (der Laura und mir ab einer gewissen Tiefe leider Probleme bereitete, besonders beim zweiten Tauchgang) gewöhnt, ist es ein tolles Gefühl. Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen Schnorcheln und Tauchen – während man von oben beim Schnorcheln einige Fische schemenhaft tief unter sich sieht, bekommt man beim Tauchen ganz andere Einblicke – wir sahen u.a. einen riesigen Napoleonsfisch mit verletzter rechter Flosse. Nach einer insgesamt knapp zweistündigen Session (halbe Stunde tauchen, 90 mins schnorcheln) gab es Lunch – ziemlich basic und nicht allzu großzügig bemessen. Dann ging es direkt weiter mit der zweiten Session, dankenswerterweise hatten Laura und ich unseren Tauchlehrer Lee ganz für uns. Er nahm sich viel Zeit für uns, der introductory Quatsch unter Wasser fiel auch weg, die 30 AUD extra waren es wert. So führte er uns zwischen zwei Riffen durch, zeigte uns den Touri-Liebling Clownsfisch „Nemo“ und auch einen Stingray sollten wir sehen. Leider konnten wir wegen unserer Ohren nicht so tief tauchen, wie er uns hätte führen wollen – wir müssen also nach weiterer Übung nochmal wiederkommen 🙂 trotzdem war es eine tolle Erfahrung, wir sahen die buntesten Fische (Laura auch eine Schildkröte) und auch die Korallen an sich waren sehr interessant anzuschauen.
Um 14.00 Uhr ging es zurück Richtung Cairns und gegen 16.30 Uhr erreichten wir den Hafen. Zwar gaben wir für den Trip grob das fünffache Tagesbudget aus, aber es war auch ein toller Tag. Ein komischer Gedanke blieb trotzdem – was würde jemand denken, der hier vor 30 Jahren getaucht wäre und jetzt wieder käme, hat sich das Riff sehr verändert?
01.12.
Um 9.30 Uhr war Check Out im Caravella, dementsprechend früh waren wir auf den Beinen. Nach einigen Problemen mit der Buchung des Mietwagens deuteten sich schon an, dass nicht alles einwandfrei laufen sollte. Die Dame an der Abholstation am Flughafen informierte mich, dass die Buchung gecancelt worden war es gab keinen Wagen für mich. Dankenswerterweise hatten mich Nadja und Karin ( die 2 Mädels, die auch einen Tagesausflug gebucht hatten) zum Flughafen gefahren und warteten auch auf mich. Als klar war, dass die Buchung schief gelaufen war, war guter Rat teuer. Kurzerhand buchten wir einen anderen Wagen, auch den über billiger-mietwagen.de. Doch diese Buchung funktionierte von Seiten des Anbieters nicht. Nach erneutem Umdisponieren buchten wir einfach bei Europcar selbst, mit limited liability.
Wir fuhren schließlich los, nach all dem Chaos war es bereits 15 Uhr. Unterwegs hatten wir von Nadja und Karin die Josephine Falls empfohlen bekommen, hier konnten wir auch schwimmen gehen und uns so ein wenig abkühlen – sehr angenehm und auch ein toller Anblick. Es gab Wasserfälle und 2 natürliche Pools zu bestaunen und zu beschwimmen 🙂
Der obere Pool der Josephine Falls
Kurz nach Sonnenuntergang kamen wir an unserem Ziel an – das Jackaroo Hostel in Mission Beach. Eine Holzhütten-Ansammlung mitten im Regenwald, sehr cool, sehr entspannt und nicht zu vergleichen mit dem Jackaroo in Kings Cross. Hier lief alles prima, wir bekamen sogar auf Nachfrage (zwar mit etwas Murren) eine Nacht Discount
Gegessen hatten wir auch noch nichts, wir fuhren ins Bingil Bay Café, das wir auf der Anreise zum Hostel gesehen hatten. Hier hat Norbert aus Bitburg (mit Dreads bis zur Hüfte) einen Hippieschuppen mit leckerem Essen und deutschem Bier (ich blieb trotzdem bei australischem, Laura probierte Pear Cider und befand ihn für lecker) aufgebaut, sehr sympathisch und sehr entspannt. Norbert hat Sozialarbeit in Köln studiert (Zitat „brotlose Kunst“), war Sozialarbeiter im Gefängnis, ging dann erst nach Griechenland und lebt mittlerweile seit 16 Jahren hier in Mission Beach.
Schließlich wartete vor dem Schlafen gehen noch eine Premiere – da hier sehr viele Insekten unterwegs sind, beschlossen wir, unser Mückennetz auszuprobieren und es funktionierte es astrein, wir schliefen in Ruhe bis kurz nach 9.
02.12.
Nach dem Ausschlafen und dem aus Kings Cross bekannten reichhaltigen Jackaroo-Frühstück machten wir uns mit dem Auto daran, die Gegend zu erkunden. Wir erforschten Laceys Creek mittels eines Walkways und verbrachten den Großteil des Tages am Strand selbst. Mission Beach ist ein außergewöhnlich schöner und ewig langer Sandstrand. Wir verbrachten viel Zeit mit quatschen, spazieren gehen und Fotos schießen (modelmesisch auf einer Palme sitzen ist verdammt ungemütlich). Relativ schnell sahen wir, dass der ganze Strand mit unterschiedlich großen, oft aber sehr kleinen Sandkugeln übersät war. Blieb man stehen, konnte man schnell sehen, dass der ganze Strand in Bewegung war, Krebse aller Größen trieben hier ihre rätselhaften Geschäfte – 12 Stunden lang Tunnel graben, bis zur nächsten Flut.
Ein grosses Exemplar der fleissigen Krebse
Suchbild. Das war die durchschnittliche Grösse. Wer findet ihn?
Vom Sonnenuntergang, der uns vorher wärmstens empfohlen worden war, war an jenem Tage leider nicht viel zu sehen. Nach kurzem Zwischenstopp bei Woolworth gab es für uns noch Abendessen, dann ging es ins Bett. Alleine an den Insekten auf dem Gelände des Hostel sieht man, welche Artenvielfalt hier im Dschungel herrscht.
03.12.
Die Ostküste ist echt schön. Das stellten wir heute zum wiederholten Male fest. Nach dem Auschecken hielten wir kurz am Clump Point Jetty, in der Nähe von Mission Beach und genossen die Aussicht vorne auf der Seebrücke. Hier entlang der Küste trifft der Regenwald direkt den Strand und das Meer. Also „rainforest meets reef“ und ist damit Weltnaturerbe – einzigartig. Nach kurzem Zwischenstopp bei Woolworth – wir hatten grade festgestellt, dass es sehr schade ist, die Cassowary Coast zu verlassen, ohne einen einzigen dieser seltenen Vögel zu sehen, bot sich für uns doch noch dieser tolle Anblick – ein Cassowary inklusive Küken am Straßenrand. Diese vom Aussterben bedrohten, fluglosen Vögel sind emugroß und machen den Anschein, die letzten Überlebenden aus der Dinosaurierzeit zu sein.
Der Urvogel mit Jungem
Nach einer Fotopause ging es für uns Richtung Tully und zurück auf den Bruce Highway. Wir fuhren heute viel, bis Townsville lagen 250km vor uns. Die Landschaft war immer wieder atemberaubend, rechts grüne Hügel, links der Ozean.
In Townsville angekommen, statteten wir uns mit Lebensmitteln aus, nahmen die Fähre um 17.20 Uhr und kamen nach ziemlichem Geschaukel bereits 20 Minuten später auf Magnetic Island an. 15 weitere Minuten später sprangen wir am YHA Hostel aus dem Bus, dieser hatte sich über enge Straßen auf die andere Seite der Insel in Richtung Horseshoe Bay gequält.
Nach dem Abendessen gönnten wir uns ein Bier / einen Cider an der Bar. Wie schon in Mission Beach ist hier alles sehr offen gestaltet – schlechtes oder gar kaltes Wetter gibt es hier nicht. So sitzt man auch an der Bar unter kunstvoll ineinander verschachtelten Blechdächern im Freien. Auch Baumstümpfe sind in das Konzept mit eingearbeitet worden. Generell hat das Hostel ein ungewöhnliches Konzept – es gibt viele kleine Bungalows mit spitz zulaufenden Dächern in einem offenen Gelände, zwischen den Hütten laufen einem immer wieder Wallabies, Vögel oder Opossums über den Weg und zum Hostel gehört noch ein Wildgehege. Das Gefühl, auf einer Insel zu sein, vervollständigt die tolle Atmosphäre des YHA.
Unsere ersten Besucher am Abend: Rockwallabies
04.12.
Wir schliefen aus, doch ohne Klimaanlage war es bereits um kurz nach 9 in unserem Bungalow nur noch schwer aushaltbar. Nach dem Frühstück entschieden wir uns, den Tag mit Lesen, in der Sonne liegen bzw. in der Hängematte lümmeln und am Pool chillen zu verbringen. Insofern fällt der heutige Eintrag recht kurz aus – es passierte nicht so arg viel.
Um 16.30 Uhr allerdings gab es die alltägliche Papageienfütterung (mit einem leckeren Brei aus Brot, Honig und Wasser), jeder Gast des YHA darf hier zugreifen. Einmal die Hand in der Luft dauert es nicht lange, bis sich die ersten der zutraulichen Vögel auf selbige setzen und sehr vorsichtig den Brei herunterpicken. Innerhalb kürzester Zeit sind die Papageien überall, auf den Schultern, auf dem Kopf, drei oder vier gleichzeitig auf der Hand. Auch auf dem Boden bilden sich Papageientrauben, ein lautes Spektakel.
Ein weiteres Highlight bildete unser abendliches Training. Hierbei war die Einheit selbst nicht außergewöhnlich interessant, aber wohl doch von gewissem Interesse für zwei der zahlreichen hier über das Gelände schleichenden Opposums, die sich neugierig hoch auf unsere Terrasse schlichen und mich (Laura war mittlerweile schon dabei, das Abendessen vorzubereiten) bei meinem Fitnesstraining beobachteten. Zunächst kam eines vorsichtig die Stufen hoch, als ein zweites sich vom Baum abseilte, sprang das erste kurzerhand von der Terrasse auf das andere drauf. Nach einem lautlosen, aber staubigen Kampf durch die Dämmerung waren beide verschwunden. Doch schon kurz darauf tauchte eines der beiden wieder auf und setzte sich auf das Geländer. Und auch das zweite erkundete kurz darauf nochmal ausgiebig unsere Terrasse. Die von mir auf dem Geländer abgestellte Wasserflasche war dabei von großem Interesse, doch auch nachdem klar war, dass es nichts zu futtern geben würde, blieb eines beharrlich sitzen – bis ich schließlich selbst Richtung Camp Kitchen und damit zum Abendbrot verschwand.
Wir haben in „Opi“ getauft.
05.12.
Der Wecker klingelte um 9 Uhr, Laura stand auf, um Brot zu holen, ich blieb liegen – der unspektakuläre Anfang eines physisch anstrengenden Tages. Wir machten uns gegen 11 Uhr auf, die Insel zu erkunden. Der bekannteste Walking Track hier in unserer Ecke von Magnetic Island ist der Forts Walk, hier kann man die Ruinen der Befestigungen aus dem zweiten Weltkrieg besichtigen, hier spielte die Insel bei der Verteidigung gegen die Japaner eine wichtige Rolle, wenn man den Schildern am Wegesrand glauben darf.
Doch von vorne – wir liefen vor nach Horseshoe Bay, ich kaufte mir einen Hut und wir wandten uns nach rechts und liefen den Strand herunter. Hier wartete sogleich die erste Creek-Durchquerung und eine kleinere Konfusion a la „Müssen wir hier durch?“ – zurück zum Pub – „jau, da müsst ihr durch, passt auf die Stinger auf!“.
Kurze Exkursion an der Stelle – Stinger (Quallen verschiedener Größen mit einer Gemeinsamkeit – ihre Berührung tötet Menschen) sind ein großes Thema hier an der Ostküste. Stinger season ist zwischen November und Mai und somit den kompletten Sommer über. Noch vor Haien und Krokodilen handelt es sich um die größte Bedrohung für im Meer Badende. Die effektivsten Abwehrmethoden sind Stinger Suite (ein blauer Ganzkörperanzug, der jeden zum Riesenschlumpf macht) und Stinger Net (ein Netz, das in viele Buchten gehängt wird). Da einige der Quallen zu klein sind, um vom Netz aufgehalten zu werden, empfiehlt sich eine Kombo beim Baden. Viele Orte hier an der Ostküste bieten wegen der gefährlichen Meeresfauna künstlich angelegte Lagunen kostenlos an, meist bis Mitternacht geöffnet, quasi ein kostenloses Freibad.
Zurück zum heutigen Ausflug – nach der Überquerung ging es steil bergauf, bei 35° und hoher Luftfeuchtigkeit ein großer Spaß, doch es wurde noch fieser. Nach dem Aufstieg ging es wieder bergab – wir stiegen direkt wieder hinab in die erste von vier Buchten, Balding Bay. Mit vier anderen Menschen (das sollte der Highscore für den Tag bleiben) teilten wir uns den herrlichen Ausblick über den Strand und hielten eine kurze Siesta im Schatten eines kleinen Baumes.
Balding Bay
Wieder ging es bergauf (wie noch häufiger heute) und nach einigen 100 Metern direkt wieder bergab in die Radical Bay. Diese war ein Stück größer, hier lag aber nur ein Mensch. Auch hier genossen wir die Aussicht und die Ruhe und aßen unser Lunch. Alle vier Buchten, das stellte sich über den Tag heraus, waren sehr unterschiedlich und jede sehr schön.
Ab hier wurde es zwar vom Untergrund her ein Stück einfacher – wir konnten auf einer teils sogar asphaltierten Straße laufen – aber kaum weniger anstrengend. Wir schauten uns die ebenfalls malerisch schöne Florence Bay an und brachen schließlich auf auf die letzte Etappe. Für Arthur Bay entdeckten wir einen Lookout, der einen tollen Ausblick über die letzte der heute besichtigten Buchten gab.
Mittlerweile war es 16.30 Uhr, wir begaben uns via Forts Walk Parkplatz Richtung YHA. Am Parkplatz angekommen berieten wir uns kurz – ich wollte gerne noch den Forts Walk machen, mittlerweile war unser 2,4l-Safteimer (mit tap water gefüllt) aber leer. Allerdings hatte die Dame aus dem Hostel gesagt, zu Beginn des Rundweges könne man Wasser auffüllen. Laura hatte jedoch genug, sie ging vor Richtung Hostel. Ich schaute mir noch den Forts Walk an, viel war aber von den Befestigungsanlagen nicht mehr übrig. Doch der Rundumblick vom mit Leitern zu erkletternden Fort entschädigte für vieles.
Danach ging es auch für mich Richtung Hostel, ich war sehr geschafft. Wir ließen den Abend zunächst im Pool, nach dem Essen quatschend auf der Veranda ausklingen. Auch heute besuchte uns Opi, das Oppossum wieder und kletterte auf den Platz am Geländer. Es blieb lange sitzen und störte sich auch nicht daran, dass wir nichts zu essen gaben. Wie schon gestern, schnupperte es schließlich an meinem Fuß und machte sich lange nach 22 Uhr auf den Weg in die Nacht.
06.12.
Der heutige Nikolaus-Tag ließ nur wenig Raum für vorweihnachtliche Gefühle – zum einen des Faktors Wetter wegen (35° und strahlender Sonnenschein) und zum anderen verbrachten wir den Tag größtenteils im Auto und auf der Fähre.
Wir checkten im YHA Bungalow Bay gegen zehn Uhr aus, verbrachten aber noch einige Zeit in der Lobby mit Organisation und generellem Internetzeug. Um 11.40 Uhr kam unser Bus, um 12.15 Uhr ging unsere Fähre und um 12.45 waren wir wieder in Townsville, das Kapitel Magnetic Island lag hinter uns. Auf zu neuen Ufern!
Wir hatten gute 300 km vor uns. Abgesehen von einigen kurzen Stopps (tanken, Lunch, ein Stopp an einem Scenic Lookout und Früchte am Straßenrand von einem lokalen Bauern kaufen) fuhren wir recht zielstrebig, aber gemütlich gen Airlie Beach. Dort kamen wir gegen 17.30 Uhr an und checkten im Magnums ein, ein riesiger Komplex mit allem, was partybegeisterte Reisende brauchen. Wir schauten uns in der Stadt ein bisschen um – Massentourismus at its best. Trotz allem fühlten wir uns recht wohl, für eine Nacht auf jeden Fall.
07.12.
Nach einem Großeinkauf bei Coles ging es nach Shute Harbour, dort erwartete uns um 12 Uhr Phil, unser Skipper. Nachdem unser Gepäck in seinem kleinen Boot verstaut, das Auto geparkt und ein Beutel Eis gekauft war, ging es los. Auf der Überfahrt wurden wir teilweise ganz schön durchgeschüttelt, es fühlte sich aber toll an, die ganze wunderschöne Gegend hier mit Privatchauffeur erkunden zu können – wir kamen uns sehr wichtig vor 🙂
Unsere private Fähre
Nach der einstündigen Überfahrt kamen wir gegen halb zwei in Whitehaven Beach an. Wir waren vorher etwas besorgt, dass unsere hohen Erwartungen (geweckt durch zahlreiche Erzählungen a la „der schönste Strand, an dem ich je war“) nicht erfüllt werden konnten, doch diese Besorgnis stellte sich als völlig unbegründet heraus. Schon direkt nach der Landung waren wir schlichtweg geplättet von der Schönheit der Natur, die sich hier schwer ausdrücken lässt. Sowohl Farbe als auch Konsistenz des Sandes ist hier wahnsinnig toll, er hebt sich farblich kaum vom weiß der Möwen ab, die hier teilweise unterwegs sind und besteht aus feinem Pulver. Das Wasser ist traumhaft blau. Abgerundet wird die Aussicht durch den sattgrünen Wald, der sich direkt an den strahlend weißen Strand reiht und unseren Campingplatz beherbergt.
Ab 15Uhr hatten wir den Strand für uns. Einfach unglaublich schön!
Tagsüber menschenüberlaufen, hat man den Strand zwischen 15 Uhr und 9 Uhr morgens für sich, gemeinsam mit ein, zwei anderen Parteien, die hier auch campen. Und natürlich Benny, einem bärtigen und bärigen Mittdreißiger mit Dreadlocks bis über die Schultern und einer ungesund dunklen Bräune. Er lebt hier den größten Teil des Jahres auf den Inseln, sammelt Plastik ein und erfreut sich seines Lebens.
Wir verbrachten den Abend mit Benny und zwei Mädels und einem Typen, die hier auch eine Nacht campten. Sie arbeiten auf einem der zahlreichen Luxusresorts auf den umliegenden Inseln und hatten von selbigem mehr Essen und Getränke mitbekommen, als sie je in einer Nacht gebraucht hätten.
Interessant war vor allem die Umstellung des körpereigenen Rhythmus – schon am ersten Abend fühlte man sich nach Sonnenuntergang (um 18.30 Uhr) durch das Fehlen von künstlichem Licht recht schnell müde und selbst für Langschläfer wie mich war 7.30 Uhr morgens aufstehen kein Problem.
Die kommenden zwei Tage sollten viel aus chillen, Natur bewundern, schnorcheln und in der Sonne liegen (als Alternative zum chillen) bestehen 🙂
Einer der vielen Warane im Camp. Sie sind vor allem morgens auf der Suche nach Essenresten an den Zelten.
08.12.
Nachdem wir am vorigen Tag Benny beim Plastik sammeln geholfen hatten, bot er uns eine special Tour in seinem kleinen Boot an. Es sollte ein tolles Erlebnis werden, wir konnten Orte sehen, die sonst wohl nur sehr wenige bis keine Touristen zu Gesicht bekommen – er zeigte uns seine Lieblingsinsel, Haslewood Island, lud uns auf einem menschenverlassenen Strand ab, ließ uns an anderer Stelle über die Insel wandern und holte uns auf der gegenüberliegenden Seite ab und zeigte uns seinen kleinen Lieblingsstrand, wir nannten ihn spontan Benny’s Beach. Nur einen kleinen Creek zum duschen konnten wir leider nicht sehen, die Wellen waren an der Stelle zu hoch, er meinte, das würde zu gefährlich werden.
Obwohl (oder weil?) wenig passierte, was sich hier niederschreiben lässt, war es einer der schönsten, wenn nicht der schönste Tag der bisherigen Reise. Wir überlegten auch, unseren Trip hier um eine Nacht zu verlängern, entschieden uns aber dagegen – es würde zu stressig und bezüglich des Fluges werden.
Als wir zurück kamen war der Strand bereits wieder menschenleer, unsere neuen Camping-Nachbarn Stefano und Tricia stellten sich vor und ein Katamaran ankerte in der Bucht, dessen Besitzer Benny bereits kannte und wir an diesem Abend kennenlernten – Bushie bzw Greg ist wohl Mitte 60 und reist viel in seinem Boot. Wir aßen gemeinsam mit den beiden Jungs zu Abend und unterhielten uns noch länger mit Greg. Er hatte einige tolle Geschichten zu erzählen – u.a. wurde sein Boot schon von der Finne einer Buckelwalmama getroffen, deren Kalb er wohl zu nahe gekommen war.
Schließlich machten wir noch einen Spaziergang über den Strand, im Mondschein konnten wir sogar unsere eigenen Schatten sehen und einige tolle Aufnahmen gelangen Laura auch. Wir müssen wiederkommen!
Ein schwerer Abschied vom Whitehaven Beach und unserem „Gastgeber“ Benny
09.12.
Unser letzter Tag in der Wildnis begann recht früh, um 7.30 wachte ich auf und beschloss, den menschenleeren Strand noch ein wenig zu genießen. Ich schrieb Tagebuch, Laura kam auch kurze Zeit später dazu und wir schossen einige Fotos. Wir gingen noch ein letztes Mal schnorcheln und schließlich wurden wir nach dem Abbauen des Zeltes und gemeinsamem Lunch mit Stefano und Familie von Phil geholt – gegen 16 Uhr war unser Wildnisabenteuer vorbei und wir machten uns nach einer Dusche am Hafen auf in Richtung Cairns. Wir kamen an diesem Tag noch bis Townsville und nach einer Brotzeit auf der Promenade entschieden wir uns dafür, im Auto zu schlafen. Schlechte Idee, auch ohne Polizeibesuch – 100 Mückenstiche, trotzdem viel zu warm und sau ungemütlich.
10.12.
Nach einer furchtbaren Nacht im Mietwagen wachten wir schon um kurz nach 5 Uhr mit dem Sonnenaufgang auf und beschlossen kurzfristig, hoch nach Castle Hill zu fahren, ein knapp 300 m hoher Hügel inmitten der Stadt. Auf dem Weg nach oben bekamen wir ein schlechtes Gewissen – ganz Townsville schien hier oben per pedes oder auf dem Rad Frühsport zu treiben und wir schlichen uns völlig verschlafen im Auto vorbei. Der Anblick ließ uns aber schnell unser unsportliches Touri-Dasein vergessen – eine sensationelle Rundumsicht bei wolkenlosem Himmel und grade aufgehender Sonne braucht wohl keine weitere Beschreibung.
Auf der Weiterfahrt Richtung Norden hielten wir nochmal bei Frosty Mango – eine Fruchtplantage, die direkt am Highway ihre Früchte (von elf in der Auslage kannten wir vier – ist euch Black Sapote, Soursop, Jackfruit oder Sapodilla ein Begriff?) und auch leckeres Eis verkaufen. Wir hatten schon auf der Hinfahrt hier Station gemacht. Ein Espresso war auch nötig, dann ging es weiter, immer Richtung Cairns. Wir machten allerdings einen Umweg in Richtung Atherton, um uns den Henrietta Creek und verschiedene Wasserfälle anzuschauen. Auf dem Waterfall Circuit besuchten wir zuerst die Elinjaa Falls, dann die Zillie Falls und schließlich die touristenüberfluteten Millaa Millaa Falls. Letztere fanden wir etwas enttäuschend, besonders durch die Zubetonierung der Landschaft rund um die Fälle, aber die ersten beiden waren sehr beeindruckend.
11.12.
Dieser Übergangs-, Verarbeitungs- und Planungstag lässt sich schnell zusammenfassen – nachdem wir uns ausgeschlafen hatten, beschäftigten wir uns mit Sport an der Esplanade (oder Esplenada, je nach gusto) und Planungen. Nach dem späten Frühstück gaben wir das Auto ab und Laura hatte die Idee, mal ein Reisebüro wegen unserer Neuseeland-Planungen zu konsultieren.
Hier gab es neuen Input – da der Mietwagen wegen der zweimaligen Fährüberfahrt (bzw. One Way Fee und Rückflug) recht teuer geworden wäre, entschieden wir uns für die bisher nicht genutzte Busvariante (mit der Firma Stray). Hier geht es wohl nicht nur um den Hop on, hop off-Service, sondern man wird auch ein Stück weit über die Insel geführt, ist aber völlig flexibel und kann eigene Touren planen. Gleichzeitig bekommt man pro Destination mindestens eine, teilweise zwei Nächte garantiert und muss sich nicht um die Unterkunft kümmern. Wir sind gespannt!
Wir verabschiedeten uns mit einem Essen von Australien, Laura bestellte Crab Pasta, ich Krokodil und Känguru-Duo und wir teilten. Uns fiel der Abschied schwer, wir hatten tolle fünf Wochen hier Down Under!
12.12.
Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, noch eine Sporteinheit hinzulegen, bevor es weiter nach NZ ging. Also endete die Nacht um 6.45 Uhr und ich begab mich vor auf die Promenade. Anschließend frühstückten wir und nahmen das Shuttle um 10 Uhr.
Gut, dass wir bis zum Abflug um 12.40 Uhr noch ein wenig Zeit eingerechnet hatten – die Dame am Check In reagierte etwas überrascht, als wir auf ihre Frage, wie lange wir in NZ zu bleiben gedachten mit „Naja, Anfang Januar vielleicht“ antworteten. Sie könne uns ohne feststehenden Rück- bzw. Weiterflug nicht fliegen lassen. Kurze Unruhe folgte (wohin fliegen wir denn nach unserem Neuseeland-Aufenthalt?), aber ein Flug nach Sydney war schnell gebucht, von hier konnten wir in vielen Fällen sogar deutlich günstiger nach Asien starten als von Auckland aus. Wir waren nicht die einzigen, die improvisieren mussten, man sah einige mit Smartphone bzw Tablet neu planen. Wir hatten uns vorher auch ausdrücklich über Visa erkundigt, aber von einem gebuchten Flug war nirgends die Rede gewesen.
Mit gut zehn Minuten Verspätung (zum Glück nicht wegen uns) ging es los Richtung Auckland, wo wir bei schönem Wetter um 20.30 landeten. Auch der Weg zum Hostel und das Einchecken liefen problemlos, nur einschlafen konnten wir erst spät, die Zeitumstellung von drei Stunden machte sich bemerkbar.

















